PROPAK 4.0 Blog

Verpackungsspezialist SIG Combibloc führt autonome Produktionslogistik ein

Verpackungsspezialist SIG Combibloc führt autonome Produktionslogistik ein

Platz leer? Rolle her!

Seit nunmehr fünf Jahren setzt SIG Combibloc bei der Packstoffproduktion auf das Manufacturing Execution System GUARDUS MES. Die Shopfloor-IT dient nicht nur als zentrale Plattform für sämtliche Aufgaben im Qualitäts- und Produktionsmanagement, sondern ist auch wichtiger Datenlieferant für die jüngst automatisierte Produktionslogistik.

Am Standort Wittenberg sorgt ein Schwarm fahrerloser Klammerstapler für autonome Abläufe rund um die Materiallogistik in allen Fertigungsstufen. Im ersten Schritt realisierte SIG Combibloc den autonomen Transport der beschichteten und bedruckten Rollen, aktuell läuft die Projektphase rund um die Logistik der Druckzylinder am Standort Linnich.

Agil, vielschichtig und hochflexibel

Mit diesen Charaktereigenschaften lassen sich die Produktionsabläufe der SIG Combibloc zusammenfassen. In vier Produktionsstufen werden Kartonverpackungssysteme in unterschiedlichsten Formaten und Druckmotiven hergestellt. Zu deren Herstellung wandert eine Rolle Karton nach der anderen durch die Anlagen und wird mit den Rohwaren Aluminium und Polyethylen veredelt. In der ersten Stufe wird in einem Beschichtungsprozess die sogenannte Halbfertigware 1 in Form von Rollen hergestellt. Der anschließende Druckprozess bringt das kundenspezifische Dekor auf die Rollen. In der dritten Stufe werden die Zuschnitte aus der Rollenware herausgestanzt und im letzten Schritt erhalten die Zuschnitte ihre Siegelnaht und werden automatisch in Umkartons verpackt.

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Damit das sensible Zusammenspiel aller Prozessbeteiligten in Echtzeit überwacht und gesteuert werden kann, setzt SIG Combibloc auf einen harmonischen IT-Dreiklang:  Das ERP „SAP“, die Planungssoftware „Quintiq“ und das MES „GUARDUS MES“ tauschen neben den Kunden- und Material-Stammdaten alle wichtigen operativen Produkt- und Prozessdaten aus – vom Produktionsauftrag (aus SAP) und dessen exakter Einplanung (aus Quintiq) bis hin zu Qualitätsdaten und Fortschrittsmeldungen je Fertigungsstufe (MES). Darüber hinaus liefert die Shopfloor-IT alle qualitäts- und produktionsrelevanten Daten, die das ERP-System für ein lückenloses, aktuelles Controlling benötigt.

Digitale Transformation in vollem Gang

Dieses Fundament sorgt nicht nur für Prozesssicherheit und -stabilität im täglichen Betrieb. Es ist auch die Grundlage künftiger Shopfloor-Konzepte. Dazu gehört vor allem die schrittweise Navigation durch die rauen Gewässer der digitalen Transformation. „Für uns bedeutet Industrie 4.0 das Denken und Handeln in automatisierten, verketteten Prozessen. Im Zuge dessen beschäftigen wir uns mit der Optimierung der Produktion. Blickt man zurück auf die vergangenen zehn Jahre, so haben wir zunächst alles getan, um die Maschinen schneller zu machen, dann wurden die Rüstzeiten zwischen den einzelnen Aufträgen in Angriff genommen, um die Maschinen mit möglichst hoher Effizienz zu betreiben. Der nächste Schritt ist der gesamte Bereich der Materiallogistik und die Frage, wie wir mittels Fahrerloser Transportsysteme (FTS) die unzähligen internen Transporte beschleunigen können“, so Dr. Thomas Scheermesser, Head of Production Process Improvement, bei SIG Combibloc.

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Welche Bedeutung hat die Effizienzsteigerung logistischer Prozesse im Rahmen künftiger Fertigungsorganisationen? Antwort: eine enorm hohe. „Fragmentierte Logistikverfahren zur Ablaufsteuerung sind bei maßgeschneiderten Produkten, sinkenden Losgrößen, hohem Kostendruck und sich selbst organisierenden Produktionsszenarien undenkbar“, so Dr. Scheermesser weiter. Ergo muss die Produktionslogistik ebenso agil, flexibel und vernetzt arbeiten, wie die bereits automatisierten Fertigungslinien und umgebenden IT-Landschaften. Nur so lassen sich Optimierungspotenziale wie die Reduktion von Durchlaufzeiten und Beständen, die Harmonisierung der Kapazitäten sowie die optimale Gestaltung der Transportwege vollständig ausschöpfen.

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Eine neue Führungsrolle

2017 startete das Projekt zur Einführung Fahrerloser Transportsysteme für die Rollen-Logistik am SIG-Standort Wittenberg. Um das Lagern und Transportieren der Rollen entlang der Produktionsstufen zu verbessern, stellte das SIG-Projektteam die vorherrschende Sicht der Dinge buchstäblich auf den Kopf. Anstatt den Mitarbeiter als aktiven Planer, Impulsgeber und Umsetzer materiallogistischer Prozesse zu sehen, gab man den Maschinen die Führungsverantwortung. Schließlich ist es die Anlage, die exakt darüber Auskunft geben kann, was der Fertigungsprozess im Sinne der Auftrags-Reihenfolgenplanung und anschließender Produktionslogistik benötigt.

Das Ergebnis: Die gesamte Taktung des Materialflusses richtet sich an der Produktionssituation aus. Synchronisiert mit den Abläufen wird pro Fertigungsauftrag die richtige Rolle zur richtigen Zeit an der Maschine/Anlage bereitgestellt beziehungsweise abgeholt. Das gilt sowohl für die Materialanlieferung zum Produktionsstart, die bedarfsorientierte Materialbestückung der Anlagen in den einzelnen Produktionsstufen sowie den Transport von Halbwaren und fertigen Rollen in die (Zwischen)lager. Auf diese Weise wird nicht nur genau das Material bereitgestellt, welches im Produktionsbereich benötigt wird. Zudem werden somit auch die räumlichen Gegebenheiten optimal genutzt und der WIP Bestand so klein wie möglich gehalten.

MES ruft, FTS kommt

Die gesamte Anlieferung und Abholung der Rollen wird heute über Bodensensoren vor und hinter den Maschinen gesteuert. Meldet der Sensor eines Pickplatzes freie Kapazität, erzeugt die FTS-Steuerungssoftware über die Arbeitsreihenfolgenplanung einen Transportauftrag und fährt gemäß Stückliste und Arbeitsfortschritt die benötigte Rolle an ihren Platz. Steht hingegen eine produzierte Rolle auf einem Sensor, wird die Rollennummer automatisch oder durch den Shopfloor-Mitarbeiter gescannt, wodurch das FTS wiederum einen präzisen Abholauftrag erhält.  Für die Echtzeit-Belieferung der FTS-Steuerungssoftware mit allen relevanten Informationen zeichnet das Manufacturing Execution System verantwortlich, da nur GUARDUS MES die notwendigen Echtzeit-Informationen gebündelt bereitstellen kann. Dazu gehören zum einen die Auftragsreihenfolgen inklusive Stücklisten, zum anderen liefert das MES alle Daten rund um das Material. Dabei entscheidet vor allem die Rollennummer über die Sicherheit und Stabilität des Prozesses. Dank ihrer Logik erkennt das FTS bei der Datenübergabe, um welche Rolle es sich exakt handelt und wohin diese zu transportieren ist. Das Scannen der Rollennummer nach GUARDUS MES garantiert darüber hinaus die Sicherstellung einer lückenlosen Traceability. Nur so kann im Fehlerfall die Ursache schnell und sicher identifiziert werden.

Ein gelungener Start

Nach dem Go-Live der autonomen Produktionslogistik ist SIG Combibloc wieder ein Stück weiter auf dem Weg, die Fertigung so weit wie möglich zu automatisieren und die sogenannte „Flow Production“ zu realisieren. „Das Implementieren eines automatisierten Materialflusses, der auf Basis der Ist-Situation verläuft, hat uns attraktive Potenziale in puncto Kosten und Qualität eröffnet“, fasst Dr. Scheermesser zusammen. Deshalb steht auf der Agenda des Innovationsmanagers nicht nur die Adaption des FTS-Prozesses an die logistischen Anforderungen von Druckzylindern, sondern auch der ganzheitliche Rollout am zweiten deutschen SIG-Standort in Linnich. „Weiterhin haben wir Projekte gestartet, um die Palettierung und Kennzeichnung unserer Fertigwaren vollständig zu automatisieren. Damit wollen wir die Voraussetzungen schaffen, um unseren Prozess bestmöglich in die Prozesskette der Kunden zu integrieren“, so sein weiterer Ausblick.

Mehr Informationen: http://www.sig.biz/
Fotocredit@SIGCombibloc

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Innovation

Innovation

Länger frisch durch 100% Wellpappe

Mit dem foodmailer® setzt Dinkhauser Kartonagen auf ein Gesamtkonzept statt vieler Einzellösungen – und hat dafür bereits mehrere internationale Auszeichnungen gewonnen.

Sicher, recyclebar und durchdacht, das ist der foodmailer® – die smarte Verpackung, die viele überzeugt. Wie Studien belegen, sind Probleme bei der Zustellung der Hauptgrund, warum Konsumenten ihre Lebensmittel (noch) nicht im Internet bestellen. Möchte doch der Empfänger die Waren frisch geliefert bekommen und der Händler zum anderen eine praktikable und kostengünstige Lösung. Verschiedene Ansätze von einfachen Kartons über Styroporboxen bis zu Tauschsystemen mit Kühlfahrzeugen konnten nicht wirklich überzeugen. Gesucht wurde eine Gesamtlösung für eine Verpackung, die Lebensmittel länger frisch hält und die auf aufwendiges Isoliermaterial verzichten kann – und auch einfach im Recycling ist.

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Die frische Idee für den Lebensmittelhandel

Im Jahr 2015 hat Dinkhauser Kartonagen den foodmailer® entwickelt und dafür bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten. Der foodmailer® besteht zu 100 Prozent aus Wellpappe, ist zu 100 Prozent recyclingfähig und erreicht dieselbe Isolierung wie Styroporboxen – bei einem um 60 Prozent reduzierten Volumen. Die Innenkomponenten bestehen aus lebensmitteltauglichem Papier. Von Anfang an war das Ziel, eine 100-Prozent-Lösung zu erreichen. Damit ist klar, dass auch die Kühlmittel zum Gesamtkonzept passen müssen. Gemeinsam mit einem Partner wurden daher auf Papier basierende Icepacks entwickelt, die sich erst bei Gebrauch mit Wasser vollsaugen und für die notwendige Kühlung sorgen.

„Der foodmailer® bietet im Handling wie auch in der Entsorgung enorme Vorteile“, sagt Walter Freimüller, Geschäftsführer der packit! Verpackungen aus Oberösterreich. Die Boxen werden flach angeliefert und gehen nach Gebrauch in das natürliche Kartonrecycling. Darüber hinaus lässt sich der Verpackung aus Wellpappe ideal bedrucken und sorgt so für einen starken Markenauftritt nach aussen. „Gerade Lebensmittelindustrie und -handel sind sich der großen Bedeutung der Verpackung für Ihren Verkaufserfolg bewusst und nehmen daher gerne dieses Angebot in Anspruch,“ freut sich Paul Schäfer, Geschäftsführer von Dinkhauser Kartonagen.

Mehr Informationen: www.foodmailer.net

Fotos. ©Dinkhauser Kartonagen

Dinkhauser Kartonagen GmbH

1848 gründete Josef Dinkhauser die Buchbinderei Dinkhauser am Sparkassenplatz in Innsbruck. 1951 übersiedelt das Unternehmen nach Hall in Tirol; gleichzeitig übernehmen die beiden Töchter des Inhabers die Leitung. In der Folge entwickelt sich die Buchbinderei zu einem modernen Kartonagenbetrieb. 1981 wird am heutigen Firmenstandort gebaut, 1995 übernimmt Paul Schäfer die Geschäftsführung. Das Unternehmen erweitert die Büro- und Produktionsflächen. Gemeinsam mit Partnerunternehmen packit! in Oberösterreich, Deutschland und in der Schweiz erzielt die Unternehmensgruppe heute einen Umsatz von ca. 80 Mio. Euro. Die Produktpalette reicht von Transport- und Versandkartons über Verkaufs- und Präsentationsverpackungen bis hin zu Regaltrays und Displays. www.dinkhauser.com

 

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RECHTLICHES

RECHTLICHES

EU-Datenschutz-Grundverordnung ab 2018

Im Mai 2018 tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung europaweit in Kraft. Unternehmen müssen dafür bereits jetzt die Weichen stellen.

Die „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG“, kurz Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) genannt, wurde im April des vergangenen Jahres nach jahrelangen Verhandlungen beschlossen und soll voraussichtlich im Mai 2018 in Kraft treten. Die Datenschutz-Grundverordnung enthält Vorschriften zum Schutz von natürlichen Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Ziel ist es, den Datenschutz in der EU zu harmonisieren. Jedes Unternehmen ist davon betroffen!

Die wesentlichen Neuerungen:

  • Keine Meldepflicht mehr bei der Datenschutzbehörde (Datenverarbeitungsregister)
  • Mehr Berichts- und Auskunftspflichten für Unternehmen
  • Weitreichende Neuregelungen bei der Datenverarbeitung
  • Pflicht zur Datenschutz-Folgenabschätzung
  • (Verpflichtender) Datenschutzbeauftragter
  • (Neue) Informationspflichten und Betroffenenrechte
  • Hohe Strafen: Geldbußen von bis zu 20 Mio Euro oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % seines weltweiten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres.

Zahlreiche und sehr detaillierte Informationsblätter finden Sie auf der Homepage der WKÖ.

Hier geht es zum Verordnungstext (download PDF). In Anbetracht der Vielzahl an Neuerungen und der hohen Strafdrohung empfiehlt PROPAK ihren Mitglieds-Unternehmen, sich mit dem Thema frühzeitig auseinander zu setzen.

Foto: istock/Pashalgnatov

Sicherheitsetiketten

Sicherheitsetiketten

Securikett: Digitalisierung ist bereits voll da

Marietta Ulrich-Horn, Geschäftsführerin bei Securikett Ulrich & Horn: „Die Digitalisierung ist bei Securikett bereits eingezogen. Wir haben dem physikalischen Sicherheitsetikett eine digitale Komponente hinzugefügt und vernetzen unsere Produkte mit allen Teilnehmern der Lieferkette.“ Die Firma Securikett produziert Etiketten und Software, um Originalprodukte von Fälschungen zu unterscheiden. Beispiele sind manipulationssichere Etiketten auf Medikamentenschachteln, Verifikationscodes auf Produkten, die zum Beispiel echte Swarovski-Kristalle enthalten oder Barcode-Etiketten, die die Post verwendet, um Pakete nachzuverfolgen.

Fälschungsschutz, Authentifizierung & Codierung

Sicherheitsetiketten sind ein integraler Bestandteil des Risikomanagements, wenn es darum geht, Produktfälschungen zu reduzieren. „Die spannendste Entwicklung der letzten Jahre war sicherlich die Vernetzung von physikalischen Drucktechniken und digitalen Lösungen“, sagt Ulrich-Horn. „Auch das Zusammenspiel von Mitarbeiter/innen aus verschiedenen Bereichen ist sehr interessant zu beobachten. Oft sind wir es, die die Bereichsleiter an einen Tisch holen, um Produktschutzlösungen zu erarbeiten – da sind dann Verpackungsexperten, aber auch Markenschutz-Juristen und IT-Leiter dabei.“

Securikett ist auf die Entwicklung und Produktion von individuellen Sicherheitslösungen für den Produkt- und Markenschutz spezialisiert und zählt weltweit zu den technisch führenden Anbietern. Dr. Marietta Ulrich-Horn leitet das Unternehmen mit ihrem Mann Werner Horn seit 2003.

Quelle: Interview des Monats, austropack 05/2017
www.securikett.com

Ratgeber

Ratgeber

Mit dem Digitalisierungs-Kompass zur richtigen Strategie

Der neue Online-Ratgeber der WKOÖ unterstützt Unternehmen mit maßgeschneiderten Empfehlungen bei der Digitalisierung.

Worauf bin ich im Wettbewerb spezialisiert? Wodurch kann ich im Wettbewerb verdrängt werden? In welchen Bereichen gibt es bereits digitale Aktivitäten? Anhand konkreter Analysen stellt der Digitalisierungskompass der WKOÖ fest, welche Herausforderungen ein Betrieb im Wettbewerb zu meistern hat und wie dabei die Vorteile der Digitalisierung ganz konkret genutzt werden können.

Durch Digitalisierung können alle Bereiche des Unternehmens verbessert werden: Marktauftritt, interne Abläufe, Produkte und das Geschäftsmodell. Mit Digitalisierung können Sie die Kundenbeziehung verbessern und damit mehr Geschäft machen, interne Prozesse verbessern und damit Kosten sparen, das Produkt bzw. die Dienstleistung aufwerten und damit mehr Nutzen für Kunden bieten, aber auch neue Erlösmöglichkeiten nutzen und damit mehr Einnahmen erzielen.

Der Digitalisierungs-Kompass kann als Self-Service genutzt werden für einen ersten Überblick oder auch als Grundlage für eine weiterführende Beratung.

www.wkdigitalisierungskompass.at

Fotocredit: ©WKOÖ

 

 

PROPAK Pressegespräch

PROPAK Pressegespräch

Digital in die Zukunft

Die Digitalisierung eröffnet den Herstellern von Produkten aus Papier und Karton viele neue Möglichkeiten.

Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Das gilt auch für die Herstellung scheinbar so analoger Produkte wie jener aus Papier und Karton. „Wir müssen die Digitalisierung als Riesenchance sehen“, sagt KR Mag. Georg-Dieter Fischer, Obmann PROPAK und CEO Smurfit Kappa Group Corrugated Central Europe. Wichtig ist dabei, die Stärken der Branche zu erkennen und zu fördern. „Der globale Wettbewerb wird über die Produktionskosten­ geführt, daher müssen wir verstärkt mit Know-how und Innovationen punkten, um die individuellen Kundenwünsche immer schneller erfüllen zu können“, betont Fischer im Rahmen eines Pressegesprächs vor Journalisten in Wien.

Blaschke Widermann Fischer Schuster Ornig Kroiss

„Die Branche ist fit und sie ist sehr innovativ. Wir arbeiten mit multinationalen Kunden zusammen und es gibt viele Projekte zu näheren Verzahnung“, so Andreas Blaschke, MM Packaging.  

Wolfgang Ornig, SIG Combibloc, spricht über eine Neuerung bei Getränkekartons: „Der QR-Code ist eine super Möglichkeit, für den Abfüller, für den Hersteller, mit dem Konsumenten direkt in Kontakt zu treten. Man kann den Kunden adhoc befragen, wie zufrieden er mit dem Produkt ist.“

Die Digitalisierung betrifft die gesamte Unternehmensausrichtung, wie Martin Kroiss, kbprintcom erläutert: "Wir haben uns entschieden, alles was wir auf Papier machen, auch elektronisch zu machen, zum Beispiel elektronische Formulare und Workflows für Kommunen und Ministerien."

Video zum Pressegespräch

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Qualifizierung: Skills for the future
Gerade die Digitalisierung und die demographische Entwicklung (Alterung, Migration) führen zu neuen Anforderungen an Berufe und Tätigkeiten in der Branche: Komplexere Aufgaben, der Umgang mit neuen Technologien an der Schnittstelle Mensch und Maschine sowie Team- und Projektarbeit bestimmen die Arbeitsabläufe in den Unternehmen. "Durch die Dynamisierung, die in unserem Bereich statfindet, Stichwort: kleinere Losgrößen, müssen die Mitarbeiter ein anderes Qualifikationsprofil und Flexibilität aufweisen“, so Marko Schuster, Mondi Consumer Packaging.

PROPAK im Jahr 2016: Licht und Schatten
„Auf dem Heimmarkt Österreich erlebte unsere Branche im Jahr 2016 bei Umsatz und Ergebnis Licht und Schatten – ein Spiegelbild zum Jahr davor“, so Fischer. Die Verkaufszahlen an PROPAK Erzeugnissen weisen einen leichten Rückgang um -1,8 Prozent aus – bei einem wertmäßigen Rückgang von -1,7 Prozent auf 2,17 Mrd. Euro. Der Export ist hingegen leicht angestiegen. 2016 wurden 712.000 Tonnen (+1,1 Prozent) an Produkten aus Papier und Karton im Wert von 1,58 Mrd. EUR (+1,7 Prozent) exportiert. Die Exportquote der Branche stieg wertmäßig auf 73 Prozent.

 

Industrie 4.0

Industrie 4.0

Offsetdruckerei Schwarzach: "Ohne Digitalisierung können wir einpacken"

Die Druckbranche war schon immer einem technischen Wandel unterworfen. Dieser vollzieht sich jetzt durch die Digitalisierung besonders schnell. Digitale Prozessketten der Industrie 4.0 sind daher nirgendwo so weit fortgeschritten wie in der Druckindustrie.

Die Offsetdruckerei Schwarzach treibt nun die Verlängerung der Prozesskette zum Kunden voran, wie die VN berichtete. „Wir sprechen dabei von einer datentechnischen Verbindung der Druckerei zum Auftraggeber“, so der CEO der Offsetdruckerei Schwarzach Eduard Fischer.

FischerEduard Schwarzach1 „Ein international agierender Lebensmittelhändler kann direkt von seinem Schreibtisch per Mausklick die Bestellung für seine Verpackung sowie den Produktionsprozess starten und freigeben. Selbst in unterschiedlichen Sprachvarianten für unterschiedliche Märkte.“

Vor allem bei Standard-Produkten bringt ein hoher Grad der Automatisierung einen klaren Wettbewerbsvorteil mit sich, weil auch zeitgleich Fehlerquellen reduziert werden. Außerdem gibt es keine fixen Bürozeiten. Der Kunde zu jeder Zeit, sieben Tage die Woche Druckaufträge in Auftrag geben, die Freigabe erteilen und den Prozess von der Auftragserstellung bis zum fertigen Produkt jederzeit mitverfolgen.

Und die Mitarbeiter? „Wir müssen uns alle auf Veränderungen einstellen. Künftig brauchen wir Leute, die die digitale Welt mit der realen Welt in der Druckerei zusammenbringen, also gut qualifizierte Fachkräfte“, so Fischer.

www.offset.at

Fotocredit: ©OffsetdruckereiSchwarzach

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PROPAK - Produkte aus Papier und Karton

PROPAK Obmann KR Fischer über Digitalisierung

PROPAK Obmann, KR Georg Dieter Fischer im Interview zu Digitalisierung und Arbeitswelt: "Der Rohstoff Mensch wird trotz Digitalisierung eine sehr große Rolle spielen."

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PROPAK 4.0

PROPAK 4.0

PROPAK TRENDTAG 2017: Mit prominenten Vortragenden

Am 7. November 2017 Wien findet der Trendtag der PROPAK statt und steht ganz im Zeichen von PROPAK 4.0 und dem Thema Digitalisierung.

Der digitale Wandel erfasst heute alle Bereiche. Unter dem Motto ‚PROPAK 4.0’ lädt PROPAK-Obmann Georg Fischer zum Branchenevent nach Wien – wie immer mit hochkarätigen Vortragenden. Die Keynote wird Wilfried Sihn, Professor an der TU Wien und Geschäftsführer des Fraunhofer Instituts halten. Es folgen Impulsvorträge von Valerie Höllinger, Geschäftsführerin des BFI Wien, und Harald Leitenmüller, CTO von Microsoft Österreich. Außerdem wird Herwig Schneider, Geschäftsführer des Industriewissenschaftlichen Instituts eine brandneue Studie zum Stellenwert der Digitalisierung innerhalb der PROPAK-Branche vorstellen. Das im letzten Jahr bereits bewährte Branchenradar und eine Podiumsdiskussion runden das Programm des PROPAK TRENDTAG 2017 ab.

Hier geht's zum Teaser Video mit Wilfried Sihn:
Sihn Teaser

Hier geht's zum Teaser Video mit Valerie Höllinger:
Hoellinger Teaser

Hier geht's zum Teaser Video mit Harald Leitenmüller:
Leitenmueller Teaser

Bitte vormerken: PROPAK TRENDTAG 2017
7. November 2017 von 12.30 bis 17.00 Uhr
Wolke 19 / Ares Tower in Wien
Moderation: Sandra Baierl, stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung Kurier

PROPAK APP Mockup

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Studie

Studie

Enorme Bereitschaft in die digitale Zukunft zu investieren

Valerie Höllinger, Geschäftsführerin des BFI Wien: „Österreichs Führungskräfte fühlen sich trotz teils fehlender Digitalstrategie im eigenen Unternehmen gut auf die digitale Transformation vorbereitet.“ Damit das auch künftig so bleibt, zeigen die Firmen eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft in die weitere digitale Qualifizierung der eigenen Belegschaft zu investieren – sofern die Weiterbildung auch von der Politik gefördert wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Berufsförderungsinstitut in Auftrag gegebene österreichweite Studie, für die mehr als 300 Führungskräfte in unterschiedlichen Branchen befragt wurden.

Vier von Fünf Führungskräften fühlen sich gut vorbereitet
Die Ergebnisse sind erfreulich als auch überraschend, so Höllinger: „Vier von fünf Führungskräften fühlen sich gut auf die digitale Zukunft vorbereitet. Und genauso viele gehen davon aus, dass Gleiches für ihre Belegschaft gilt“, so die BFI Wien-Chefin. „Das heißt, dass Österreich auf einem guten Weg ist.“ Dass sich die Männer (91%) dabei besser als die Frauen (81%) einschätzen, hänge laut Höllinger vermutlich immer noch mit dem stereotypen Rollenbild zusammen, dass Frauen weniger technikaffin sind. „Die Digitalisierung ist kein reines Technikthema, daher denke ich, dass sich auch dieser Wert in absehbarer Zeit ändern wird.“ Dass die digitale Transformation die Unternehmen zwingt, sich mit Veränderungen in ihrer Organisation auseinanderzusetzen, scheint in den Köpfen der heimischen Manager angekommen zu sein. „Grundsätzlich ist das Thema bei den Großunternehmen angekommen. Wie sich zeigt, müssen wir noch im KMU-Sektor die Bedeutung der digitalen Transformation hervorstreichen. Eine Digitaloffensive muss daher eine KMU-Offensive sein.

Valerie Höllinger wird eine der Gastreferenten beim PROPAK Trendtag 2017 sein.
Hier geht's zum Teaser Video: https://www.youtube.com/watch?v=1JRAbcBOLPs
Zur Presseaussendung "Österreichs Wirtschaft im Digitalfitness-Check"

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Analyse

Analyse

Der WKÖ-Digitalisierungsradar 2017

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, der digitale Wandel hat alle Gesellschafts- und Lebensbereiche und somit auch die Wirtschaft erfasst. Diese tiefgreifenden Veränderungen schaffen nicht nur Herausforderungen, sondern vor allem auch einzigartige Möglichkeiten und Chancen.

Der WKÖ-Digitalisierungsradar der Wirtschaftskammer Österreich gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Digitalisierung mit dem Schwerpunkt auf Bereiche von besonderer Bedeutung für Unternehmen. Dazu werden Kennzahlen aus internationalen Vergleichen, die eine besondere Relevanz für digitale Wirtschaft und Unternehmertum ausweisen, kombiniert. Der Index-Wert liegt zwischen 0 und 1 und beschreibt den Abstand zu einem sogenannten Digital Leader. In der Gesamtbetrachtung liegt Österreich vor Deutschland und dem EU-Durchschnitt. Dänemark liegt klar voran.

Die fünf Teilbereiche des Radars

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Infrastruktur: 0,69 Bei der Infrastruktur liegt Österreich knapp hinter Deutschland und deutlich hinter Dänemark. Aufholbedarf besteht vor allem in leistungsfähigen Breitbandverbindungen sowie in einer Erhöhung der Breitband-Geschwindigkeiten.

Humankapital: 0,77. Hier liegt Österreich liegt knapp hinter Dänemark und vor Deutschland. Besonderes Augenmerk soll in Österreich auf eine Verbesserung der Kompetenz der Beschäftigten in Informationstechnologien gelegt werden.

eBusiness und eCommerce: 0,59. Im Teilbereich „eBusiness und eCommerce“ liegt Österreich deutlich hinter Dänemark zurück und knapp vor Deutschland. Hier sind die heimischen Unternehmen gefordert, verstärkt auf digitale Systeme im Geschäftsverkehr umzustellen.

Digitale öffentliche Dienste: 0,9 „eGovernment“ ist in Österreich stark ausgeprägt und Österreich liegt knapp vor Dänemark.

Cybersicherheit: 0,71 Bei der „Cybersicherheit“ liegt Österreich knapp vor Deutschland und Dänemark. Dennoch zeigt ein Wert von 0,71, dass hier ein Verbesserungspotenzial besteht. Insbesondere unternehmensinterne Strategien zur IKT-Sicherheit sollten in Unternehmen in Österreich verstärkt Anwendung finden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Quelle und Fotos: WKÖ/Stabsabteilung Wirtschaftspolitik